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Claude Code testet jetzt selbst im Browser

- Hamburg, Germany
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Claude Code kann jetzt Chrome steuern, über die offizielle Claude Chrome Extension1. Das öffnet zwei sehr unterschiedliche Anwendungsfälle.

Der eine ist Web-Scraping und Automatisierung, also Daten von Websites holen, Formulare ausfüllen, Recherche automatisieren. Dafür gab es schon länger Playwright MCP2, aber das hat einen Nachteil: Playwright startet einen separaten Browser im Headless-Modus, Websites erkennen das oft als Bot und blockieren.

Der andere Anwendungsfall ist Softwareentwicklung, und hier wird es interessant. Beim Entwickeln von Web-Anwendungen ist der Workflow seit Jahren derselbe: Code schreiben, Browser öffnen, durchklicken, Fehler finden, zurück in den Editor. Claude Code kann diesen Loop jetzt selbst durchlaufen. Die Chrome Extension läuft dabei in deinem echten Browser, mit allen Cookies, allen Logins, Zugriff auf Console und Netzwerk-Requests.

Besonders der Console-Zugriff macht einen Unterschied. Bisher musste ich Fehlermeldungen aus den DevTools kopieren und in Claude Code einfügen, damit der Agent versteht, was schiefgeht. Jetzt liest Claude Code die Console selbst, sieht den Stack Trace, findet die fehlerhafte Zeile und fixt sie. Dieser manuelle Schritt fällt komplett weg.

Ich habe es bei einem Feature ausprobiert. Claude Code baut die Komponente, öffnet Chrome, klickt sich durch die UI, sieht den Fehler in der Console, geht zurück in den Code und fixt ihn. Es wird keine E2E-Test-Suiten ersetzen, aber hier eröffnen sich Nischen-Anwendungsfälle, die vorher schlicht nicht möglich waren. Wer Webdev macht, sollte es unbedingt mal ausprobieren.


  1. Anthropic, Piloting Claude in Chrome , Claude Blog, 2025 ↩︎

  2. Microsoft, Playwright MCP , GitHub, 2025 ↩︎